Kommentar des Vereines für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz e.V. zu Landschaftszerstörung im Naturpark


Wenn sie den Begriff „Naturpark Fränkische Schweiz“ für ihre Werbewebseiten brauchen, da sind sie alle da, wenn es aber gilt, die damit verbundenen Pflichten einzuhalten, tauchen alle ab und sind nicht mehr zu finden. Dabei hätten es die Bürgermeister und Kreisverantwortlichen doch so einfach: sie müssten nur einfach die Gesetzestexte lesen und einhalten.

So steht in der Verordnung über den Naturpark Fränkische Schweiz in §4 Abs. 4 „Schutzweck“ explizit, dass „erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu verhindern“ und die „Vielfalt, Eigenart und Schönheit des für die nördliche Frankenalb typischen Landschaftsbilds zu bewahren“ sind. Auch im bayerischen Naturschutzgesetz Art. 15 „Naturparke“ sind primär die umweltverträglichen Erholungsformen und die Erhaltung der „Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt“ beschrieben. In Coronazeiten noch notwendiger als jemals zuvor.

Wie verhöhnend wirken da geradezu die Pläne, Flächen einzuzäunen, Wildtiere und Menschen auszusperren, um in Naturparkflächen Fotovoltaikanlagen in Größen von oft mehr als 25 Fußballplätzen zu bauen oder Windparke mit über 240 m hohen Windräder zu bauen. Oft werden dazu noch Wälder gerodet, der Wald, der als wichtigster Regulator für Temperatur und die CO2 – Reduzierung lebenswichtig ist. Gleichzeitig sind die monströsen Industriebauten wie die Verteilerzentren, Turnhallen, Verwaltungsgebäude, Speditionshallen oder sonstige Fabrikgebäude nördlich und südlich von Forchheim meist ohne eine einzige Photovoltaikplatte. Dort wäre das z.B. sinnvoll, besonders im Sommer, wenn die Hallen in der Hitze brüten, für Klimaanlagen.

Natürlich plant man Stromerzeugung auf dem Dorf, nicht dort, wo die großen Stromverbraucher sitzen. 80 % des Stroms verbraucht die Industrie in den Städten, für Erzeugung zerstört werden soll dafür der ländliche Raum, meist unsichtbar weit weg vom Hauptort. St. Florian lässt grüßen!

An sonnenreichen und windgünstigen Tagen, besonders an Wochenenden, wenn die Industrie ruht, haben wir oft so viel Strom, dass wir ihn ohne Bezahlung an z.B. Österreich abgeben müssen, um unsere Netzfrequenz stabil zu halten . Damit die ihn abnehmen, geben wir sogar noch pro KW-Stunde Geld dazu. Sie pumpen damit ihre Speicherseen voll. Den gleichen Strom kaufen wir am Montag , wenn unsere Industrie wieder brummt, wieder zurück: dreimal zahlen wir für ein und denselben Strom. Hirnrissig und den Bürgern mit niedrigem Einkommen nicht zu vermitteln!

Deutschland hat knapp vor Dänemark die meisten Windräder in Europa, Deutschland hat knapp vor Dänemark auch den teuersten Strom! Welch ein Zufall, oder doch nicht? Mehrere hunderttausende Haushalte können heute schon ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen.

Es kann auch nicht angehen, dass sich durch einen Gemeinderatsbeschluss jede Gemeinde Ausnahmen schaffen kann wie z.B. die 10H – Regelung mit einfacher Mehrheit abzuschaffen. Seit es sie gibt, ist wieder mehr Frieden auf dem Land eingekehrt, auch zwischen gutsituierten Grundbesitzern und denen, die diese Verrücktheiten über den Strompreis bezahlen müssen.

Gesetze sind da, um als helfende Leitlinie auch für Entscheidungsträger zu dienen und Bürger zu schützen. Hier sollten die Aufsichtsbehörden ihre Namen wörtlich nehmen. Auch die Vereine, die den Naturpark Fränkische Schweiz als Inhalt haben, sind hier massiv gefordert. Wenn jede Gemeinde tut , was sie will, andere nur wegschauen, haben wir das traurige Ende unseres Sozialstaates erreicht.

Späte Reue werden uns weder die Natur noch die betroffenen Menschen abnehmen. Wenn schon unverständliche Dinge gemacht werden , macht sie dort, wo die leben, die danach schreien.
Aber lasst die Finger weg von den Naturparken, sie haben für Mensch und Natur einen anderen, wichtigeren Sinn!

Helmut Pfefferle, Leutenbach, Seidmar 31.3.2021


Beeinträchtigungen von Mensch und Natur durch Windenergie

(Dipl. Phys. Peter Dyck)

Nachteile der Windkraftanlagen:
• Schäden für die Gesundheit
• Wertminderung von Häusern und Grundstücken
• Vernichtung von Vögeln und Insekten
• Erhöhung der Umgebungstemperatur
• Austrocknung der Böden mit Ertragsminderung


Schäden für die Gesundheit – Auswirkungen der Windanlagen auf Mensch und Tier
Menschen und Tiere leiden unter den Windrädern und Windparks durch Wahrnehmung des Infraschalls. Das deutsche Ärzteblatt veröffentlichte in 2019, dass bei 5 bis 10% der Bevölkerung starke Symptome registriert wurden wie Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit, Erschöpfungszustände und Kopfschmerzen. Es  kam auch zu Hörschäden, Depressionen, Konzentrationseinbußen, Migräne und Angstgefühlen.
Die Beeinflussung des Herzmuskels wurde nachgewiesen durch Uni Mainz, Uni Lissabon, Charité Berlin, Uniklinik Hamburg-Eppendorf.
Auch der periodisch wechselnde Schattenwurf wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

Wertminderung von Häusern und Grundstücken
Immobilien verlieren je nach Abstand von Windanlagen durch die Beeinträchtigung der Landschaft und gesundheitliche Einflüsse an Wert. In Stadtnähe ca. 7%, in ländlichen oder touristischen Gebieten bis zu 23% (RKI Studie) und mehr. Massiv sind auch die negativen Auswirkungen auf den Tourismus durch ausbleibende Gäste.

Vernichtung von Vögeln und Insekten
In Deutschland fallen den Windenergieanlagen im Jahr hochgerechnet rund 250.000 Fledermäuse und Tausende auf der roten Liste stehende Greifvögel zum Opfer.
Insekten werden durch die 200 Mio. m2 großen Rotorflächen beim Direktaufprall vernichtet, eine weitere große Anzahl durchfliegende Insekten durch den Unterdruck. Besonders negativ wirkt sich die Tatsache aus, dass mit Eiern beladene Insektenweibchen sich vom Wind in andere Regionen tragen lassen, um ihre Eier abzulegen, und an den Windrädern sterben.

Erhöhung der Umgebungstemperatur
L. Miller, D. Keith (Harvard) kamen 2018 auf Grund einer groß angelegten Studie über amerikanische Windparks zu dem Ergebnis, dass Windparks die lokalen Temperaturen erhöhen. Ergebnis: die Durchschnitts-Temperatur der USA-Landfläche steigt (rd. 0,24° C) bei einem wachsenden Windenergie-Ausbau.
Effekt: Die Windräder bewegen untertags kühlere Luft aus höheren Schichten nach unten und  wärmere, oft feuchte Luft nach oben. Nachts tritt der Effekt auf, dass ab Sonnenuntergang kühle Luft nach unten zur Erdoberfläche sinkt, wärmere Luftschichten überlagern diese und die Flügel der Windräder (Sogkräfte) durchmischen diese Luftschichtung. D.h. die kühlen Luftmassen werden nach oben gewirbelt, die wärmeren nach unten. Im Umfeld dieser Windenergieanlagen ergibt sich eine nahezu einheitliche, höhere Temperatur der unteren Atmosphärenschicht.
Diese Fakten wurden auch bereits 2016 von A. Armstrong (schottische Studie) verifiziert.
Die Verwirbelungen in der unteren Atmosphärenschicht haben auch Auswirkungen auf höhere Luftschichten und können damit das Wetter beeinflussen. Es wird derzeit untersucht in wieweit Wetterphänomene wie Trockenheit, Dürren oder auch Starkregen damit zusammenhängen.
Austrocknung der Böden mit Ertragsminderung
Windparks beeinflussen den Tagesgang von Temperatur und Luftfeuchtigkeit und damit auch das Mikroklima. Es gibt 10 Studien, die den Effekt der Erwärmung im Bereich von Windparks durch turbulente atmosphärische Wechselwirkung bestätigen, der darüber hinaus auch zu einer spürbaren Austrocknung der Böden führt.
Windräder entziehen der Atmosphäre Bewegungsenergie. Dieser Energie-Entzug kann bis zu 40% der Windströmung betragen bezogen auf einzelne Windräder, bei Windparks liegt der Wert pro Windrad bei rd. 26 % (die einzelnen Windräder nehmen sich gegenseitig den Wind weg).
Durch die Reduzierung der Bewegungsenergie (Wind) wird der Luftmassenaustausch reduziert, die Luftmassen können längere Zeit über einem Gebiet liegen und sich stärker erwärmen. Damit wird dem Boden Feuchtigkeit entzogen.
Wenn man die Dürremonitor-Karten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und die Standortkarten von Windparks (Bundesamt für Naturschutz) direkt vergleicht, erkennt man eine starke Korrelation. D.h. Windparks verstärkten die Dürreintensität.



Verein für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz hielt Jahreshauptversammlung


Ritterschlag für das Ehrenamt

Zwölf Jahre Arbeit für Natur und Mensch – unter diesem Motto versammeln sich mittlerweile fast 80 Personen aus fünf Landkreisen Nordbayerns, um den Charakter des Naturparks zu erhalten. Der „Verein für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz e.V.“ hat die Ziele, die herausragende Natur- und Kulturlandschaft der Fränkischen Schweiz in ihrer Eigenart und Schönheit zu erhalten und den Wohn- und Erholungswert zu bewahren.

In seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung im Hotel Schwanen in Ebermannstadt konnte die Vorstandschaft einen nachdenklichen, doch durchaus positiven Jahresrückblick geben. So berichtete Vorstand Helmut Pfefferle über die umfangreichen Aktivitäten der Vereinsmitglieder. Viele Veranstaltungen wurden besucht, Referate, Schulungen und Seminare gehalten und der sachliche Dialog mit anderen Regionen intensiv gepflegt.

Beispielhaft für viele hat besonders der wissenschaftliche Beirat Johann Waldmann konstruktiv am Energiedialog in München in allen Sitzungen mitgearbeitet. Denn gerade die Energiewende stellt auch die dritte Aufgabe des Vereins, die Landschaft vor Überformung durch technische Industrieanlagen zu schützen, stark in den Vordergrund.

Mit Erleichterung stellte man fest, dass die kontinuierliche sachliche Aufklärung über die möglichen negativen Auswirkungen von manchen EEG-Anlagen zu einem Nachdenken der Politik geführt hat. Dazu kam die Erkenntnis über die Unmöglichkeit, mit Photovoltaik oder Windkraftanlagen allein ein Industrieland wie Bayern zu versorgen. „70 % des Stroms verbraucht die Industrie, labiler teurer Wackelstrom gefährdet hier unsere Arbeitsplätze“, so ein Zuhörer.

Die für Bayern beschlossene 10H-Regelung könne für den Lebensraum Naturpark entscheidend sein und bremse auch etwas die „Gier von Investoren und Grundbesitzern“. Wie stark die Bevölkerung heute bei so eingreifenden Maßnahmen einbezogen wird, zeigen positiv die Entscheidungen gegen WKA in Pinzberg und neuerdings auch Brunn bei Heiligenstadt, worüber stv. Vorsitzende Edeltraud Hölzlein berichten konnte. Pfefferle zollte den politischen Entscheidungsträgern dieser Orte Respekt dafür, dass sie die Entscheidung ihrer Bürger unterstützen.

Das herausragende Ereignis im letzten Jahr war die Anerkennung des Vereins als gemeinnützig. „Das ist der Dank für umfangreiche, sachliche Aufklärungsarbeit, parteiübergreifend, ehrenamtlich und ohne Lobbyarbeit zu betreiben.“ Der Text der Mitteilung des Amtes lautet: „weil die Körperschaft folgende gemeinnützige Zwecke fördert: Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege, Förderung des Umweltschutzes“. Das stellt den Verein auf Augenhöhe mit professionellen Naturschutzorganisationen. “Diese Wertschätzung würdigt die Arbeit aller Vereinsmitglieder”, so Vereinsgründer Günter Link, “wir nehmen sie als Verpflichtung und werden geradlinig so weitermachen.”

Textquelle: www.Wiesentbote.de